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Außenwand & Fassade

Bei Dämmsystemen für Außenwände gibt es die unterschiedlichsten Varianten. Die handelsüblichen Dämmsysteme sind inzwischen langfristig erprobt. Die meisten Hersteller geben für viele Jahre Garantie auf ihre Produkte. Die Wahl der geeigneten Dämmung hängt maßgeblich von der Konstruktion der Außenwand ab. Die Innendämmung hat den Vorteil, dass die Fassade erhalten bleibt, die Anbringung witterungsunabhängig erfolgen kann und die Räume sich schneller aufheizen. Nachteile sind jedoch eine geringere Wärmespeicherfähigkeit, die reduzierte Wohnfläche sowie mögliche Wärmebrücken. Die Außendämmung ist der Innendämmung vorzuziehen, da diese Konstruktion mit geringem bauphysikalischem Risiko ausführbar ist. Auf diese Weise wird zudem das Mauerwerk vor Wetter- und Witterungseinflüssen geschützt. Besonders bei einem einschaligen Wand- aufbau (z.B. Massivwand) bietet sich die Außendämmung an. Ausnahmen können sich jedoch bei denkmalgeschützten bzw. stark verzierten älteren Gebäuden ergeben, bei denen die Fassade erhalten bleiben soll. In seltenen Fällen kann es auch rechtliche oder technische Schwierigkeiten geben, beispielsweise wenn Grundstücksgrenzen eingehalten werden müssen. Gegebenenfalls ist auch bei Gebäuden, die schnell erwärmt werden müssen, eine Innendämmung zu bevorzugen (z.B. Kirchen oder Wochenendhäuser). Bei den einzelnen Dämmsystemen gibt es verschiedene Konstruktionsmöglichkeiten. Empfohlen werden sie in folgender Reihenfolge:

1. Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Bei diesem System wird auf die Wand zuerst das Dämmmaterial geklebt und ggf. zusätzlich gedübelt. Darauf wird ein netzartiges Armierungsgewebe in die Armierungsmasse eingebettet, um etwaige Spannungen innerhalb der Materialien auszugleichen.

Anschließend wird die Deckschicht, in der Regel ein Putz, aufgebracht. Dabei kann je nach Dämmsystem entweder Kunstharzputz oder mineralischer Dickputz genutzt werden.

2. Hinterlüftete Vorhangfassade

Bei dieser recht kostenintensiven Variante wird die Außenwand oberhalb der Dämmebene mit einer hinterlüfteten Fassade (beispielsweise aus Holz oder Schiefer) verkleidet.

Die Konstruktion setzt sich aus vier Komponenten zusammen:

  1. Dämmung, die auf die Wand aufgebracht wird
    (z.B. Polystyrol oder Kork)
  2. Unterkonstruktion mit Befestigungsvorrichtungen 
  3. Luftraum zwischen den Tragelementen
  4. äußere Verkleidung (Fassade)

3. Dämmputz

Dämmputze können sich problemlos allen geometrischen Formen der zu dämmenden Wand anpassen und lückenlos aufgebracht werden. Die Wärmeverluste lassen sich mithilfe dieser Dämmvariante jedoch nur in geringem Maße reduzieren. Diese Putze können höchstens 10 cm dick aufgetragen werden und dämmen aufgrund ihrer Materialeigenschaften weniger und geraten damit schnell an ihre Grenzen. Aber gerade in Kombination mit einer Innendämmung oder nachträglichen Kerndämmungen kann dieser Baustoff eine Alternative sein.

4. Kerndämmung

Bei dieser Form der Dämmung, auch zweischalige Bauweise genannt, setzt sich die Außenwand aus drei verschiedenen Schichten zusammen. Eine möglichst schwere innere Mauerschale (18 bis 25 cm) sorgt für die nötige Tragfähigkeit und Wärmespeicherung. Nach außen schließt sich eine Dämmschicht (etwa 15 bis 25 cm) an, die für den nötigen Wärmeschutz sorgt. Als Dämmstoffe bieten sich sowohl Schüttungen als auch Dämmplatten an. Gegen die Wetter- und Witterungseinflüsse wird die Konstruktion wiederum von einer 8 bis 12 cm starken Vormauer, die an der inneren Wand befestigt wird, geschützt. In der Sanierung werden luftgefüllte Zwischenräume von z.B. um 1930 herum oft verwendeten Konstruktionen nachträglich mit Schüttungen gefüllt.

5. Innendämmung

Zwar können innen gedämmte Räume vergleichsweise schnell aufgeheizt werden, doch sind nur geringe Dämmstärken möglich, und die Wohnfläche verringert sich. Außerdem kann die massive Wand nicht als Wärmespeicher einbezogen werden. Besonders wichtig ist gerade Innendämmungen nur mit erfahrenen Fachleuten auszuführen, da hier das Fehlerpotential groß ist. Für herkömmliche Dämmstoffe muss eine sicher, dauerhaft funktionsfähige Dampfsperre zwischen dem Innenputz und der dahinter liegenden Innendämmung eingebaut werden, da sonst eine mögliche Wasseraufnahme im Dämmstoff zu Schäden führen würde. Das erweist sich in der Praxis oft als schwierig, denn Wände werden zur Befestigung benutzt und dabei kann es zur Zerstörung dieser Schicht kommen. Sicherer ist die Verwendung kapillaraktiver Dämmstoffe (z.B. Holzweichfaser-, Kalziumsilikat- oder Mineralschaumplatten), die wenig oder gar kein Wasser aufnehmen können und auch wieder abgeben.


Dämmungsmontage an der Außenfassade  
© Dietmar Herklotz

Beispiel: Kerndämmung  
Kerndämmung