Richtig Bauen
Auf den folgenden Seiten sollen einige Empfehlung helfen, die richtigen Beratungsleistungen für energieeffizientes Bauen einzuholen. Es ist wichtig, sich ausreichend Zeit zu nehmen und nicht am falschen Ende zu sparen. Selbst wenn nur wenige Instandsetzungen geplant sind, empfiehlt sich vorab eine Beratung. Sie hilft möglicherweise zu erkennen, ob andere Arbeiten vordringlicher realisiert werden müssten, um den energetischen Zustand des Gebäudes entscheidend zu verbessern und somit bereits Kosten zu sparen.
1. Schritt
Für eine unabhängige Initialberatung bieten viele Institutionen ihre Beratungsdienstleistungen kostenlos an. Zuvor lohnt es sich, folgende Fragen zu klären:
- Welche Qualifikation hat Ihr Berater?
- Wie ist das Beratungsgespräch strukturiert?
- Gibt es Formulare für eine Gesprächsvorbereitung?
Durch gezielte Fragen erkennt der qualifizierte Initialberater bestehende Probleme und wird zum Ende des Gesprächs Lösungsvorschläge aufzeigen sowie Hinweise zu Kosten- und Einsparmöglichkeiten geben. Schon das erste Beratungsgespräch sollte ausschließlich durch erfahrene Ingenieure und Architekten geführt werden.
Grobstruktur
- Interview, Erfassung Ist-Zustand, z.B. Objektbeschreibung, Standort, Primärenergieverbrauch
- Aufnahme der Besonderheiten, Wünsche, Rahmenbedingungen
- Hinweise und Empfehlungen des Beraters - Um das Gespräch so effizient wie möglich führen zu können, kann ein vorbereiteter Erfassungsbogen zur Zusammenfassung wichtiger Eckdaten verwendet werden.
2. Schritt
Vor jeder Modernisierung ist eine Analyse des Gebäudes notwendig. Alle wichtigen Bauteile, die Anlagentechnik und eventuelle Schäden werden begutachtet. Die energetische Bewertung rundet die Vor-Ort-Beratung ab. Die Energieberater sind zumeist ausgebildete Architekten und Ingenieure. Entsprechend der Hinweise aus der Initialberatung empfiehlt sich zumeist die Ausstellung eines Energieausweises (Energieeinsparverordnung). Diese kostenpflichtige Energiediagnose sollte von unabhängigen Beratern durchführt werden. Neben der detaillierten Untersuchung des baulichen und anlagentechnischen Zustands empfiehlt der Berater konkrete Maßnahmepakete und errechnet die energetische Qualität des Gebäudes vor und nach der Sanierung.
3. Schritt
Gesetzliche Anforderungen und Maßnahmepakete mit teilweise erhöhten Investitionen sprechen für die Planung durch einen Experten. Es empiehlt sich immer, einen Architekten oder Ingenieur zu Rate zu ziehen. Er kann zum Beispiel wertvolle Hilfe geben, welche Arbeiten sich in Eigenleistung erledigen lassen und wie dabei am besten vorgegangen wird. Fragen zum Baugenehmigungsverfahren und zum Denkmalschutz sind vor Maßnahmen-beginn zu klären. In den örtlichen Gestaltungssatzungen kennen sich die Fachleute aus.
Die Qualität in der Planung und Bauausführung von Modernisierungsmaßnahmen ist ein entscheidender Kostenfaktor. Die errechneten Einsparungen und damit verbundenen Amortisationszeiten stimmen nur, wenn sorgfältig geplant und gebaut wurde.
4. Schritt
Spätestens jetzt oder bereits parallel zu Schritt 3 sollten der Finanzbedarf und der individuelle Finanzielle Spielraum geprüft werden. Ein nicht unwesentlicher Anteil der Finanzierung kann gegebenenfalls über Fördermittel abgedeckt werden. Für die meisten Modernisierungsmaßnahmen gibt es attraktive Bundes- und Landesförderprogramme. Es ist auch ratsam, bei den Städten oder Gemeinden bzw. beim örtlichen Energieversorger nachzufragen, ob es eigene Förderprogramme für die geplanten Maßnahmen gibt.
Wichtig: Fördermittel müssen vor Abschluss der ersten Liefer- und Leistungsverträge beantragt werden. Die Zusage bzw. der Zuwendungsbescheid müssen zum Baubeginn vorliegen. Eine Ausnahme bildet hier das Marktanreizprogramm des Bundes. Es ermöglicht einen Antrag innerhalb von sechs Monaten nach Ausführung. Ausführliche Informationen zu Fördermitteln gibt die SAENA und zu ergänzenden Landesprogrammen und KfW-Programmen die Sächsische Aufbaubank - Förderbank -.
Sachsen ist schon gebaut
Weit über die Hälfte der ca. 700 000 Wohngebäude in Sachsen wurde vor 1950 errichtet.
Bei allen Gebäuden vollzieht sich ein unentwegter Erneuerungs- prozess, der auf Ausbau, Erweiterung, Instandhaltung und Verbesserung der Behaglichkeit und Wohn- qualität abzielt.
Die Anforderungen der Energieeinsparung lassen sich in diesen ohnehin alle 15-30 Jahre ablaufenden Prozess bestens integrieren, sollten aber auch nicht verpasst werden.
Themen der Seite
Unterstützung durch Fördermittel
Jedes Bau- und Sanierungsvorhaben kostet Geld.
Auf Landes- und Bundesebene gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten, die ein Bauvorhaben unterstützen!


