Kompakte Gebäudeform und Gebäudeausrichtung
Je kompakter die Gebäudeform gestaltet ist, desto besser wirkt das energetische Verhalten eines Gebäudes. Generell sollte das Verhältnis von beheizbarem Innenraum zur Wärme abstrahlenden Außenhülle möglichst gering sein.
Neben der Gebäudeform muss man der Gebäudeausrichtung des Passivhauses besondere Aufmerksamkeit widmen. Die Wärmeenergiegewinnung durch Sonneneinstrahlung gilt als integrales Prinzip, wobei der optimierten Nutzung der verfügbaren Sonnenenergie hier
große Bedeutung zukommt. Hierzu bedarf es ausreichend verschattungsfreie Abstandsflächen.
Prinzipiell ist zu beachten, dass eine exakte Ausrichtung der Hauptfassade nach Süden maximalen Solargewinn erzielt. Die Praxis zeigt aber, dass Abweichungen bis +/- 30% noch genügend Solargewinn erbringen können, damit der Passivhaus-Standard erreicht wird. Da mit zunehmender Gebäudegröße Kompaktheit und klimatische Trägheit ansteigen, sind die Richtwerte größerer Passivhäuser im Vergleich flexibler. In jüngerer Vergangenheit wurden große Passivhäuser realisiert, die teilweise oder komplett von einer Südorientierung absehen konnten und auch bei kleinen verschattungsfreien Abstandsflächen den Passivhaus-Standard noch erreichen.


